Was ist das Darknet?

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Die Startseite des Tor Browsers
Die Startseite des Tor Browsers

Das Darknet ist ein Netzwerk, dass nur mithilfe einer speziellen Software oder Konfiguration zugänglich ist. Dadurch bleiben Nutzer im besten Fall anonym.

Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Freund oder Ihre Freundin entfernen sich von einer geselligen Runde, um unter vier Augen zu sprechen. Das ist die reale Form von einem Damknet. In der „dunklen Ecke des Internets“ schließen sich private Computer zu einem Netzwerk zusammen. Dadurch bleibt es den herkömmlichen Suchmaschinen verborgen. In diesem geschlossenen System kann auch der Staat nur mit viel Mühe die Nutzer zurückverfolgen, weil alle Verbindungen anonym und meistens verschlüsselt sind.

Was bringt das? Denken Sie an Diktaturen. Websites mit kritischen Inhalten sind den Machthabern ein Dorn im Auge und User können sich nur über das Darknet ungezwungen verständigen. Andere Nutzer wollen sich vor der Überwachung schützen, die seit Snowden ein großes Thema in den Medien ist. Das Darknet ist ein geeigneter Ort, um sich diesem Abhörzwang zu entziehen.

Gibt es auch Schattenseiten? Immer wieder berichten Journalisten von „Waffenkäufen im Netz“, dem „Drogenparadies“, oder der „dunklen Welt“ im Internet und warnen vor dem Darknet. Das ist die schlechte Seite der Medaille. In dem Paralleluniversum ist es relativ einfach, gesetzlich verbotene Substanzen und Waffen zu finden. Auch Auftragskiller lassen sich buchen. Ein weiteres Problem sind Websites, die Fotos und Videos von Minderjährigen anbieten. Die Skepsis der Journalisten ist nicht unbegründet.

Welche Inhalte überwiegen? Laut einer Studie von Intelliagg besetzen in einem der größten Netzwerke Filesharing (29%), geleakte Daten (28%) und Finanzbetrug (12%) die ersten Ränge. 10% dienen den Medien, 5% sind Diskussionsforen und „nur“ 0,3% – 4% beschäftigen sich mit Waffen und Drogen. Was bedeutet das? Einerseits nutzt man das Netzwerk für gesetzeswidrige Aktivitäten. Auch, wenn die Anzahl der Handelsplätze gering ist, was sagt das über die gehandelte Anzahl mit verbotenen Waffen aus? Andererseits ist das Darknet ein wichtiger Platz für Whistleblower, fördert den Informationsaustausch und kann vor der Totalüberwachung schützen.

Das Darknet nutzen

Der Einstieg in das Darknet ist einfach. Einer der Wege ist, einen Browser namens Tor zu installieren. Das gleichnamige Darknet ist damit erreichbar, aber auch Websites im „Clearnet“, dem herkömmlichen Internet, sind damit abrufbar.

Die Startseite des Tor Browsers
Die Startseite des Tor Browsers

Beim Start verbindet sich Tor mit dem Netzwerk und im nächsten Augenblick kann der Nutzer anonym surfen. Die Websitenamen im Darknet haben nicht die gleiche Form wie herkömmliche Internetadressen. Ein typischer Link sieht beispielsweise so aus: http://3g2upl4pq6kufc4m.onion/ und führt zur Suchmaschine DuckGoGo. Auch Facebook ist seit kurzem über https://facebookcorewwwi.onion erreichbar.

Wie kommt man zu diesen Links? Entweder ist die Adresse bekannt, eine Suchmaschine im Netzwerk spuckt die Websites aus, der Link ist zum Beispiel in einem Wiki gelistet, oder ein anderer Nutzer gibt ihn weiter. Erwarten Sie sich aber nicht allzu viel von den Websites. Es gibt modern gestaltete Internetauftritte, aber oft kommt Funktionalität vor Gestaltung. Zum Teil muss man extrem lange Ladezeiten hinnehmen. Manchmal sind die Websites zwischenzeitlich oder gar nicht mehr erreichbar.

Sie wollen im Darknet surfen? Dann nehmen Sie sich diese Tipps zu Herzen:

  1. Halten Sie sich von illegalen Inhalten fern.
  2. Bleiben Sie Anonym. Posten und übermitteln Sie niemanden Ihre Daten. Verwenden Sie keinen von Ihnen üblicherweise benutzten Nicknamen.
  3. Halten Sie Tor auf dem neuesten Stand.
  4. Ändern Sie nichts an den Einstellungen des Browsers.
  5. Installieren Sie keine Addons.
  6. Laden Sie keine Software aus dem Darknet herunter.
  7. Kaufen Sie nicht im Darknet ein.
  8. Profis verwenden ein Betriebssystem namens Tails, das über USB gestartet wird.

Ist das Darknet böse?

Menschen können Meinungen ungezwungen sowie anonym äußern und Informationen austauschen. Das Netzwerk kann also durchaus nützlich sein. Die Schattenseiten sind aber nicht zu übersehen. Gesetzliche Normen gelten nicht, alles ist erlaubt und käuflich. Dazu gehören Verleumdung, buchbare Killer, der Verkauf von Waffen oder anderen gefährlichen Substanzen und der Tausch von sensiblen Foto- und Videomaterial.

Gut oder böse? Das entscheiden die Nutzer. Und zwar jeden Tag aufs Neue.

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