Defektes Auto verkauft – Betrug

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Photo by Last Hero

Immer mehr Personen nutzen Online-Autobörsen, um ein günstiges Fahrzeug zu erwerben oder den eigenen Gebrauchten zu verkaufen. Teilweise sind hohe Summen im Spiel, so dass viele Betrüger hier ihre Spielwiese sehen. Bekannte Portale wie autoscout24.de möchten diese Krimi-nalität natürlich unterbinden, aber durch die Anonymität des Internets ist das ein schwieriges Unterfangen. Die Kriminalpolizei aus Giessen warnt vor einer sehr dreisten Betrugsmasche zum Nachteil von Kraftfahrzeugverkäufern. Immer wieder lassen sich die Betrüger neue Tricks einfallen oder modifizieren eine bereits bekannte Methode, um sich an ahnungslosen  Verkäufern finanziell zu bereichern.

So läuft die Masche ab

Im vorliegenden Fall hatte ein Mann aus Wettenberg bei Giessen sein Auto verkauft, für dass er vorher im Internet annoncierte. Später erhielt er einen Anruf von einem ihm unbekannten Mann. Auf dem Display seines Handys erschien eine ausländische Nummer mit der Länderkennung „0096“. Der Anrufer sprach deutsch mit einem ausländischen Akzent, gab sich sehr aggressiv und behauptete der Bruder des Käufers zu sein. Der Fremde beschwerte sich über das defekte Auto und um es reparieren zu lassen, müsse er genauso viel wie den ursprünglichen Kaufpreis zahlen. Er drang auf eine Rückabwicklung des Autokaufs und wollte den Kaufpreis sofort überwiesen haben. Danach würde ein libanesischer Autotransporter das Auto zurückbringen. Als der Anrufer dann auch noch offene Drohungen aussprach wie „Wenn das Geld nicht überwiesen wird, bringe ich dich um“ kam es dem Verkäufer endgültig seltsam vor und es beschlich ihn ein flaues Gefühl. Er reagierte allerdings völlig richtig, in dem er den Käufer seines Wagens anrief. Der zeigte sich sehr überrascht und fiel aus allen Wolken. Das Auto funktioniere einwandfrei, er möchte den Kauf nicht rückgängig machen und außerdem habe er gar keinen Bruder. Nun war der Verkäufer erleichtert, aber trotzdem erstattete er bei der zuständigen Polizeidienststelle eine Anzeige.

Betrug und räuberische Erpressung

Es liegt der Straftatbestand der räuberischen Erpressung vor, den die Polizei nachverfolgt und dann  ermittelt. Innerhalb Deutschlands ist diese Betrugsmasche bekannt, aber es ergibt sich natürlich die Frage, woher die Kriminellen ihre Informationen beziehen? Ganz einfach: Über das Internet. Dort durchstöbern die Betrüger die unterschiedlichen Portale und suchen zielgerichtet nach Privatpersonen, deren Auktionen vor kurzem beendet wurden. Sie haben sich mit den Fahrzeugdaten vertraut gemacht und wählen nach dem Zufallsprinzip die zum Verkauf angegebene Nummer des Verkäufers. Die Story über die angeblichen Mängel klingt dadurch natürlich sehr glaubhaft.

So können Sie sich schützen

Die Polizei vermutet, dass die Dunkelziffer dieser Masche recht hoch liegt. Wenn Drohungen ausgesprochen oder von Repressalien die Rede ist, falls kein Geld fließt, sollten Sie sofort die Polizei alarmieren. Das Polizeipräsidium Mittelhessen empfiehlt folgendes:

  • Bei Internetanzeigen nur die nötigsten Daten preisgeben
  • Kein Rückruf bei fremden Nummern oder SMS, Vorsicht bei ausländischen Nummern
  • Nummer des Anrufs aus dem Display notieren, auf jeden Fall bei Drohungen
  • Keine persönlichen Daten herausgeben, sich auf kein Gespräch einlassen, schnell auflegen

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